Piktogramme ©ksg Architekten
Lageplan
Vogelperspektive © Aesthetica Studio
Lageplan
Perspektive Schadowstrasse © Aesthetica Studio
Perspektive Forum © Aesthetica Studio

3. Preis
Nichtoffener zweiphasiger Planungswettbewerb
mit
ksg Architekten, Studio Gang Architects und OLIN Studio
Planungsumgriff: ca. 0,9 ha
September 2025

FREIRAUMKONZEPT

Die Lage des Opernneubaus an der Kreuzung Tonhallenstraße, Schadowstraße und Am Wehrhahn gründet auf der städtebaulichen Funktion als wichtiger Knotenpunkt zwischen den Parkanlagen des Hofgartens, der Fußgängerzone in der Schadowstraße und den umliegenden Quartieren der Stadtmitte. Dementsprechend versteht sich das Vorfeld der Oper als große einladende Geste von allen Zugangsseiten. Zur gestalterischen Hervorhebung wird das neue Belagsthema des Vorplatzes über die Grundstücksgrenze hinaus bis an die angrenzenden Fahrbahnaußenkanten erweitert. Bepflanzte Intarsien in Linsenform verteilen sich wie Schallwellen über den Vorplatz und bieten jeweils Richtung Opernhaus schauend eine Sitzkante aus geschwungenen Betonfertigteilen. Eine locker gesetzte Gruppe aus stadtklimafreundlichen Baumarten verteilt sich über der Szenerie und sorgt für die sommerliche Beschattung. An der Außenfassade der Oper angekommen, setzt sich der Belag bis in die Erdgeschossflächen des Neubaus fort und erzeugt einen nahtlosen Übergang zwischen Außen und Innen. Die Sogwirkung vom städtischen Raum in das Gebäude hinein wird dadurch gesteigert. Über einen besonderen Tiefhof im Untergeschoss (Forum), der mit Sitzstufenanlagen, einem öffentlich zugänglichen Außengarten und Brücken gestaltet ist, setzt sich diese Raumbewegung für den Besucher vom Foyer aus durch das Gebäude fort und endet über einen breiten Gang am Gebäudezugang an der Oststraße. Auch hier werden die Gehwegbereich mit dem Belagskonzept des Opernhauses neugestaltet, um dessen Präsenz in der Oststraße zu erhöhen und bewusst keine Rückseite auszubilden.

VERKEHRSKONZEPT

Der Busverkehr verbleibt an den bisherigen Standorten in der nördlichen Tonhallenstraße und in der Oststraße. Da in der Oststraße zusätzlich Anlieferung und Tiefgaragenzufahrt vorgesehen sind, wird zur Konfliktvermeidung vorgeschlagen, die auf der Westseite der Straße bestehende Bushaltestelle weiter nach Norden auf Höhe der Haltestelle für die Gegenrichtung zu verlagern.

Der Entwurf sieht eine stärkere Integration der geplanten Tram-Haltestelle in der Tonhallenstraße als wichtigen Umsteigepunkt vor. Dazu wird die östliche Haltekante und der dahinter verlaufende Radweg in die Belags- und Straßenraumgestaltung der Oper eingebettet. Straßenbegleitende Klimabäume und ähnlich der Fassade geschwungene Sitzbänke in den Wartebereichen für die Tram runden das Stadtbild ab und weisen gleichzeitig auf die Besonderheit bzw. Adresse des Ortes hin. Auf diese Weise entsteht auch entlang der Tonhallenstraße ein für das Opernhaus angemessenes Vorfeld, ohne die Verkehrsteilnehmer einzuschränken. In guter Nähe zum Haupteingang ist im Anschluss an die Tram-Haltestelle eine Vorfahrt für Reisebusse geplant, die temporär auch von bis zu drei Taxis angefahren werden kann. Weitere Taxistände befinden sich nordwestlich des Nebeneingangs zum Foyer in der Straße Am Wehrhahn.

Aufgrund der Blockrandsituation werden öffentliche Fahrradanlehnbügel für Besucher in den Transferräumen rund um das neue Opernhaus verteilt. Im Erdgeschoss gibt es zusätzlich einen Fahrradabstellraum für Mitarbeiter. Die seitens der Stadt geplante Fortsetzung des zweispurigen Radwegs aus der Schadowstraße wird in das Belagskonzept des Vorplatzes integriert, um diesen für das Opernhaus städtebaulich auf angemessene Weise zu vergrößern.

DACHFLÄCHENKONZEPT

Die Terrassen und Innenhöfe des Opernhauses erweitern den Naturraum und die Freude, im Freien zu sein, vom unteren Tiefhof (Forum) bis hinauf auf die Dachflächen und schaffen so vielfältige, flexibel nutzbare Aufenthaltsräume mit Blick auf Düsseldorf. Die Dachterrassen dienen zudem der Rückhaltung und Filterung von Regenwasser und sind mit klimaresistenten, einheimischen Arten bepflanzt, die Schatten spenden und Lebensraum für vorbeiziehende Vögel und Bestäuber bieten. Die größte und oberste Dachfläche über der Musikschule soll vor allem für Photovoltaik-Module genutzt werden. Zwischen den Modulen soll eine großzügige Extensivbepflanzung zur Aufnahme und Speicherung von Regenwasser vorgesehen werden. Überschüssiges Wasser dieser Dachfläche wird gespeichert und zur Bewässerung der darunterliegenden Terrassen verwendet.

Im Zentrum der Ebenen 8 und 9 entsteht ein Schulhof mit einem zweistöckigen Außengarten und einem Amphitheater als bauliche Verbindung der beiden Ebenen. Baumkronen rahmen den Himmel ein und vermitteln zusammen mit einheimischen Waldpflanzen das Gefühl eines Waldes und schaffen gleichzeitig einen offenen Versammlungs- und Mehrzweckaußenraum im Zentrum der Schule. Hier können Pausen, Unterrichtsstunden im Freien aber auch kleine, interne Konzerte abgehalten werden.

Von den Ebenen 9 bis 5 zieht sich eine Reihe terrassenartig angelegter Dachgärten kaskadenartig nach unten und um das Gebäude herum. Sie bieten eine Vielzahl von begehbaren Außenbereichen mit Blick auf und in die Stadt, abgestimmt auf das jeweilige individuelle Verhältnis von Schatten- und Sonneneinstrahlung. Die Südseite der Ebenen 9 und 8 umfasst größere, bepflanzte Dachterrassen, die von der Schule aus zugänglich sind. Hier wechseln die Pflanzenarten von Trockenrasen und Wildblumen zu größeren, klimaresistenten Hochstammgehölzen wie Birke oder Buche. Das allmählich ansteigende Querprofil der Pflanzflächen verbessert die Aussicht von innen und bietet gleichzeitig zu den Rändern hin mehr Substrataufbau für intensivere Bepflanzungen. An den höchsten Außenkanten von ca. 40 bis 50 cm ergibt sich die Möglichkeit, Sitzkanten auszubilden. Besucher können um und durch die Gartenanlagen zirkulieren und kleinere, geschützte Treffpunkte und Unterrichtsbereiche mit unterschiedlichen Blickwinkeln entdecken.

An der nordwestlichen Ecke der Ebene 8 befindet sich die öffentliche Hauptterrasse mit Sitz- und Veranstaltungsbereichen im Freien sowie einer kleinen Sitzstufenanlage, die eine erhöhte Position anbietet und so den Blick nach Norden auf den Hofgarten und nach Westen auf die Innenstadt und den Rhein freigibt. Im Gegensatz zu diesen großen bepflanzten Terrassen sind die Terrassen neben dem Restaurant auf Ebene 7 sowie der Kantine und Brasserie auf Ebene 5 stärker gepflastert und mit mobilen Sitzelementen und großzügiger Beleuchtung ausgestattet. Weitere kleinere Terrassen auf Ebene 5 können in den Pausen von den Mitarbeitern des Opernhauses als Austritt genutzt werden. Zusammen bilden diese Terrassen eine der größten begehbaren Dachflächen Düsseldorfs.