Axonometrie
Lageplan
Perspektive © Schaltraum Architekten

2. Preis
Nichtoffener Realisierungswettbewerb
mit
Schaltraum Architekten, Hamburg
Planungsumgriff: 1,2 ha
Dezember 2025

FREIRAUMKONZEPT

Als neue Mobilitätsdrehscheibe ist der Platz von zahlreichen Wegebeziehungen überlagert. Um all diesen Fuß- und Radwegeverbindungen gerecht zu werden, entscheidet sich der Entwurf bewusst für eine möglichst fließende und störungsfreie Formensprache bei der Gestaltung der Grünflächen. Die so entstehende organische Anmutung unterstreicht den Landschaftsbezug zum Siebengebirge im Panorama und dem Rheinufer in der Nähe. Mit dieser Gestaltung lässt sich optimal an die Parkwege am Westufer des Rheins anknüpfen und ein stärkerer räumlicher Bezug zur Grafenwerth-Brücke (über die bestehende Treppe) sowie zur bestehenden Fußgängerbrücke im Süden herstellen. Dies wird durch die Fortführung des beschichteten Farbasphalts auf der Insel Grafenwerth als Hauptbelag des neuen Mobilitätsknotens noch verstärkt.

Dagegen steht das kubisch-architektonisch anmutende neue Parkhaus mit der rechtwinkelig dazu angeordneten, neuen Fußgängerbrücke. Beide Formensprachen gehen über den Platz hinweg eine Symbiose ein, indem die organische Grünflächengestaltung auf die Dachflächen übergreift und das Platzzentrum durch ein rechtwinkeliges Glasdach überspannt wird. Dieses dient als zentraler, wettergeschützter Treffpunkt und Wartebereich sowie Infopoint für den Busbahnhof.

Die inselartig verteilten Grünflächen sind jeweils einem von drei Bepflanzungsthemen zugeordnet, die den im Siebengebirge am häufigsten vorkommenden Landschaftsbildern nachempfunden sind. So gibt es als größte Insel am Platz den Typ „Buchenhain“, mittig verteilt den Typ „Siefenwald“ und zu den Rändern hin den Typ „Blockschuttwald“. Alle drei Typen unterscheiden sich in der Pflanzenauswahl, Bodenart und ökologischer Ausstattung, dass die Grünflächen als Trittsteine für möglichst viele Arten dienen. Beispielsweise steht der Typ „Blockschuttwald“ für ein eher trocken angelegtes Biotop mit Findlingen, Steinschüttungen und auf Trockenheit spezialisierte Arten. Sie dienen optimal zur Versickerung bei Starkregen und können Arten wie der Zauneidechse Schutz bieten. Der Typ „Siefenwald“ ist im Gegensatz dazu als mit Regenwasser einstaubare Mulde konzipiert, in der entsprechend wasserfilternde und an Feuchtigkeit gewöhnte Pflanzenarten eingesetzt werden. Dieser Typ nimmt demnach Bezug auf die feuchteren Talauen im Siebengebirge. Auf den Dachflächen des Parkhauses wird als viertes Thema die Kulturlandschaft des Mittelrheins aus Weinhängen und Streuobstwiesen aufgegriffen. Entsprechend findet man hier Zierobststräucher, Rosen und heimischen Nutzstauden sowie Hopfen und Wilder Wein zur Fassadenbegrünung.